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Schutzengel Achat soll Kira Töwerland helfen

Neues Kinderbuch vom Autorenpaar

NORDEN. Kira Töwerland aus der Kleinstadt Rabenhausen hat ein Problem. Ihre Eltern haben sich getrennt. Ihr Vater, »der Dummkopf«, lebt jetzt mit einer anderen Frau zusammen. Die hat auch eine Tochter. Sie heißt Hanna und ist genau in Kiras Alter. Nun ist Kira natürlich eifersüchtig. Die halbe Nacht hat sie geweint und um himmlischen Beistand gebeten. Achat ist schon zweimal durch die Schutzengelprüfung gefallen.

Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf. Foto: BloemEr bekommt eine neue Chance und soll Kira helfen für seinen Chef Maikel nur Kinderkram. Doch zunächst steckt Achat im Abflussrohr fest und hat Angst, seinen Chef erneut zu enttäuschen. Der griff zuletzt nämlich hart durch und hatte sogar zwei Erzengel gefeuert. Der eine wurde Krabbenfischer in Qstfriesland. der andere führt seitdem eine Pommesbude in Gelsenkirchen.
Achat, der Engel aus dem Abflussrohr. So heißt das neue gemeinsame Buch von Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf aus Norden. Vor drei Jahren hat das bekannte Autorenduo in der Küstenstadt eine neue Heimat gefunden (der KURIER berichtete) und ist hier mittlerweile heimisch geworden. Die Liebe zu ihrem neuen Ruhepol spiegelt sich auch in ihrem neuesten Werk wider, das hauptsächlich in Norden und auf Juist entstanden ist. Die Titelhelden in ihrem neuen Kinderbuch, das jetzt im Gerstenberg-Verlag erschienen ist, heißen Jule Aurich, die zur Begrüßung eigens ein Willkommensschild gemalt und eine Blume draufgeklebt hatte. Hanna Norden. Wie die Himmelsrichtung. Kira Töwerland. Nicht Mira Möwerland. Und die Klassenlehrerin Frau Hage nicht zu vergessen.
»Feuerprobe bestanden«, freuen sich Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf »als Autoren, die genau wissen, was Kinder gerne lesen … Das Echo auf das neue Buch, das sie auf ihren jüngsten Lesereisen für den so genannten Friedrich-Bödeker-Kreis in den Schulen im ganzen Land sowie in Österreich und der Schweiz vorgestellt haben, war sehr, sehr positiv. Im Himmel ist die Hölle los. Schon mit dem allerersten und sehr widersprüchlichen Satz ziehen sie ihr meist junges Publikum in den Bann und haben die Lacher auf ihrer Seite. «Kinder und Erwachsene gleichermaßen», berichten die beiden. «Sogar eine Nonne hat darüber gelacht!» Bei den vielen Auftritten vor den Schulklassen haben sie dann auch gemerkt, dass die Kinder in Ostfriesland – ähnlich wie in der Schweiz – zwar verhaltener lachen, aber auch braver und ausgeglichener sind. Klaus-Peter Wolf führt das vor allem auf die ländliche Region und die Weite der Landschaft zurück. «Diese Kinder hören noch zu», erzählt er, nachdem er mittlerweile Lesungen in Hage, Hinte und Leer gehalten hat. Dagegen seien die Kinder in den Ballungszentren unkonzentriert, was er auf eine gewisse Reizüberflutung zurückführt. «Im Ruhrgebiet ist die Anzahl der Kinder, die bewusst stören wollen, größer.» Und auch die Anzahl der Kinder mit sprachlichen Problemen und motorischen Störungen.
Für Bettina Göschl, selbst – ausgebildete Erzieherin, auch kein Wunder. Denn in der Schweiz sind die Klassen um die Hälfte kleiner. «Das ist mit unseren Verhältnissen überhaupt nicht zu vergleichen.» Und sie kann sich nur Wundern: «Kinder mit erhöhtem Förderbedarf geraten somit ins Hintertreffen.» Eine Lesung ist dem Autorenpaar in all den Jahren besonders schwer gefallen. Kurz vor Beginn erreichte sie die Meldung, dass Klaus-Peters Vater verstorben sei. « Weil wir aber sowieso für einen erkrankten Kollegen eingesprungen sind, wollten wir nicht absagen», erinnert sich Wolf und war letztlich froh und dankbar über die Ablenkung. «Ihr Lachen tat gut.» Erst danach hat er alle weiteren Termine abgesagt. Jetzt holt das Paar sogar Mutter Wolf nach Norden nach.
Bedingt durch den Tod des Vaters, musste Klaus-Peter Wolf auch die Arbeit an einem Tatort-Drehbuch mit Ulrike Folkerts als Hauptkommissarin Lena Odenthal «zum Feinschliff an einen anderen Kollegen abgeben.
Auch die ostfriesische Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen muss sich noch gedulden, bis sie endlich ermitteln darf. Eigentlich sollte das erste Buch »Das Ritual« im Frühjahr 2006 im renommierten Frankfurter Fischer-Verlag auf den Markt kommen. Ein Buch mit viel Lokalkolorit. Inhalt: Mord in Süderneuland! Doch Autor und Verlag haben kurzfristig umdisponiert.
Klaus-Peter Wolf arbeitet derzeit an einem neuen ersten Fall, der auch die persönliche Entwicklung der Hauptdarstellerin mehr in den Vordergrund stellen wird. » Wir hatten Angst, dass wir Ann-Kathrin Klaasen mit dem esoterischen Thema in eine Ecke stehen, aus der sie nicht wieder herauskommt«, sagt er. Schließlich will sich der Autor nicht nur auf seinen Schutzengel verlassen. VON HOLGER BLOEM

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    • Ostfriesischer Kurier
    • 07.02.2006