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Seeungeheuer Lotte ist zu Gast bei Grundschülern
Kinderbuchautorin Bettina Göschl liest zur Eröffnung der Frederick-Woche in der Schule an der Bottwar
STEINHEIM (kris) – Mit Seeungeheuer Lotte und Piratenjunge Knut starteten gestern Vormittag 118 Kinder
der Kleinbottwarer Grundschule in die Frederick-Woche. Kinderbuchautorin Bettina Göschl war mit ihren Geschichten und Liedern zu Gast.
Punkt 9.30 Uhr machten es sich gestern zunächst die Schüler der ersten und zweiten Klasse im Foyer der Grundschule an der
Bottwar auf ihren Sitzkissen gemütlich, um Bettina Göschl zu
lauschen. Die Dritt- und Viertklässler waren dann eineinhalb
Stunden später an der Reihe. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Stadtbibliothek Steinheim statt. »So erhoffen wir uns
auch Lesernachwuchs«
,sagt Bibliotheksleiterin Annette Meiers.
»Lesen ist wichtig«
Das dürfte kein Problem sein, schließlich steht das Lesen in der
Grundschule hoch im Kurs. »Bei uns gibt es jeden Mittwoch um 8 Uhr
eine Vorlesestunde«, erklärt Direktorin Renate Väth. Nicht nur
die Lehrerinnen selber bringen dann spannende Geschichten zu
Gehör, sondern auch die Mütter beteiligen sich an den acht Vorlesegruppen,
freut sich die Direktorin. »Lesen ist uns wichtig«, betont sie. So gibt es nicht nur die Vorlesestunde, sondern auch eine
freie Lesezeit während des Unterrichts. Dann ziehen sich die
Kinder in ihre Lieblingsecken zurück und schmökern.
Gestern nun durften sich die Grundschüler von Kinderbuchautorin Bettina Göschl vorlesen lassen. »Ich bin eine Geschichtenerfinderin«, stellte sich die ausgebildete Erzieherin vor. 180 bis 200 Mal im Jahr ist die Autorin in Deutschland und der Schweiz in Schulen und Bibliotheken ZU
Gast. »So habe ich den direkten Kontakt zu den Kindern und erhalte eine
Reaktion auf das, was ich geschrieben habe. Zuweilen bekomme sie so sogar Anregungen für ein neues Buch.
Seit 1992 ist Bettina Göschl zudem Autorin für Kinderlieder, CDs werden produziert. «Bekomme ich eine», war dann auch die prompte Frage eines kleinen Zuhörers. Das erste Lied, das sie vor zwölf Jahren geschrieben habe sei unanständig gewesen, verriet sie den Grundschülern. «Es heißt das
Nasenbohrlied», so Göschl. Gemeinsam mit den Kindern sang sie schließlich das Drachentanzlied. Dazu musste allerdings erst ihre Gitarre Gitti aufgeweckt
werden, die so früh morgens noch ganz verstimmte Töne von sich gab. Als die Schüler dann die Gitarre baten: «Gitti, spiel doch schön für uns», klappte es auch mit der Tonlage des Instruments. Zu den Strophen «Wir Drachen
tanzen hier im Kreis, wir klatschen laut und auch mal leis», waren die Grundschüler zum Mitmachen aufgefordert. Natürlich durfte auch laut und leise gefaucht werden, wie sich das für ein Drachenlied gehört.
Passend zu ihrem Buch «Seeungeheuer ahoi», verwandelte sich Bettina Göschl mit einem
um den Kopf geschlungenen Tuch in Piratenjungen Knut.
«Piraten haben auch Ohrringe», erwiderte die Autorin auf den kritischen Blick ihrer kleinen Zuhörer.
Die tauchten schließlich in die Geschichte um Seeungeheuer
Lotte und Piratenjungen Knut ein. Das Schiff von Knuts Vater
wurde dabei von den Flotten der Königin verfolgt. Denn die Piraten hatten einen Schatz bei sich, der angeblich der Königin gehörte. Unerwartet bekamen die Piraten Hilfe vom Seeungeheuer, schlugen die Soldaten der Königin in die Flucht und feierten den
Sieg. Doch dann tauchten gleich 30 Schiffe auf – und keine Lotte in
Sicht. Also wurde das Piratenschiff kurzerhand in ein Seeungeheuer verwandelt. Zwar bekamen die Soldaten Angst, aber Lotte verliebte sich in das vermeintliche Ungeheuer. «Seither haben die Piraten einen Begleiter und
Beschützer auf allen sieben Weltmeeren», beendete Bettina Göschl ihre Geschichte.
